Viele Bauherren haben schon die Erfahrung gemacht, dass sie bei ihrer Baufinanzierung deutlich bessere Konditionen hätten bekommen können, wenn ihr Eigenkapitalanteil, das z. B. auf einem Tagesgeldkonto gespart wurde, ein klein wenig höher gewesen wäre. Das hat den Hintergrund, dass das Risiko für die Bank immer größer wird, je mehr man sich mit dem zu finanzierenden Baugeld dem Beleihungswert nähert. Als Beleihungswert wird ein durch einen Gutachter ermittelter Durchschnittswert bezeichnet, der bei einem Verkauf mit hoher Wahrscheinlichkeit als Kaufpreis erzielt werden könnte. Je größer die Differenz zwischen der tatsächlichen Höhe beim ausgereichten Immobilienkredit und dem Beleihungswert ist, desto höherer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Bank ihre offenen Forderungen auch im Falle einer Zwangsversteigerung aus dem erlös vollständig decken kann.
Doch wie erreicht man denn nun einen hohen Eigenkapitalanteil? Wer sich schon in jungen Jahren mit dem Gedanken trägt, sich zum Beispiel als Altersvorsorge ein eigenes haus zulegen zu wollen, der sollte auch so früh wie möglich mit dem Sparen anfangen. Eine Möglichkeit ist der Sparplan, bei dem man eine konkrete monatliche Summe über einen längeren Zeitraum in eine Geldanlage geben muss. Er bietet den Vorteil einer festen Verzinsung und kann darüber hinaus zum Teil an einen Fonds gekoppelt sein. Damit können zusätzliche Renditen erzielt werden. Auch sollte man darauf achten, dass die Erlöse dem Sparkonto in möglichst kurzen Intervallen gutgeschrieben werden, weil sie das zu verzinsende Guthaben erhöhen.
Auch die verschiedenen Anlagezeiträume beim Festgeld bieten neben einer individuell wählbaren Flexibilität die Chance auf gute Renditen, die sich bereits ab einer Bindungsfrist von drei Monaten erzielen lassen. Beim Festgeld werden die Zinsen über die gesamte Laufzeit hinweg in einer gleich bleibenden Höhe garantiert. Wer also seinen Vertrag in einer Hochzinsphase mit langer Laufzeit abschließt, sollte sich auch gleich die Möglichkeit einer Prolongation vertraglich mit einräumen lassen. Damit kann man sich die hohen Zinsen für die gleiche Laufzeit noch einmal sichern.
Auch sollte man bei der Baufinanzierung selbst ein wenig auf die Entwicklung der allgemeinen Bauzinsen am Markt achten. Deutet sich dort ein Absacken der Kreditzinsen an, kommt man bei einer kurzen Laufzeit meist besser weg, während bei einem Trend in Richtung Zinssteigerung die Laufzeit so lang wie möglich ausgehandelt werden sollte. Hinzu kommen Zusatzkosten, die sich beispielsweise bei einem Immobilienkredit durch ein Disagio auftun könnten. Als Disagio wird in der branchenüblichen Fachsprache der Anteil einer Kreditsumme bezeichnet, der nicht mit ausgezahlt wird. Das sollte man bei der Bemessung der Kreditsumme immer mit berücksichtigen, um nicht plötzlich eine Finazierungslücke feststellen zu müssen.