Besondere Kartenarten und ihre Entwicklung

Die Firmenkreditkarten oder die Travel- und Entertainment-Kreditkarten sind in erster Linie auf den Bedarf von vielreisenden Geschäfts- oder Privatleuten ausgerichtet.

Sie sollen es den Karteninhabern möglich machen, ganz besonders im Bereich der Tourismusbranche bargeldlos zu zahlen. Also in der ganzen Welt vor allem in Übernachtungsbetrieben, Gaststätten oder beim Buchen eines Fluges oder eines Leihwagens.

Für diese Kartenform ist es typisch, dass die Vertragsunternehmen weltweit verbreitet sind. Die Anbieter der Travel- & Entertainment-Kreditkarten verlangen eine relativ hohe Jahresgebühr. Zudem ist die Zahlung der monatlichen Rechnung in der Regel sofort nach Erhalt fällig.

In diesem Bereich war Diners Club jahrelang allein auf dem Markt und daher konnte man ohne Konkurrenz rasch expandieren. Diese Expansion war am Anfang ausschließlich auf die USA ausgerichtet, doch wurde sie schon bald auf andere Länder ausgedehnt. Man vergab deshalb Lizenzen an Franchisenehmer, die regelmäßig sowohl Karten ausgeben als auch andere Vertragspartner z.B. auf Messen werben konnten.

Schon im Jahr 1952 wurde der Diners Club of Great Britain gegründet. Dadurch wurde Diners Club die erste international verwendbare Kreditkarte.

Im Jahr1954 folgten dann weitere Diners Clubs in Frankreich und Spanien, im Jahr 1955 in Mexiko, im Jahr 1956 in der Schweiz, in Deutschland, in Australien und auch in Brasilien. Dann folgten im Jahr 1957 die Benelux-Staaten und imJahr 1958 Italien.

Diners Club ist heute praktischin fast jedem Land der Welt vertreten.

Am 01.10.1958 kam als zweite Travel- & Entertainment-Kreditkarte für zahlungskräftige Kunden die American Express Card neu auf den Markt

American Express war vor der Aufnahme des Kreditkartengeschäfts weltweit vor allem als Reisescheck-Ausgeber und auch als Reisebüro bekannt. Für den Einstieg in das Kreditkartengeschäft war einer der Gründe die befürchtete Konkurrenz für den American Express Reisescheck durch die Kreditkarte:

Die Umsatzverluste bei den Reiseschecks sollten durch die Umsatzgewinne im Kreditkartengeschäft und nicht im Tagesgeld Geschäft aufgefangen werden. American Express wurde nicht nur durch die gute Vorbereitung, den eigenen hohen Bekanntheitsgrad durch das Reisescheckgeschäft in kurzer Zeit im Kreditkartengeschäft sehr erfolgreich, sondern es war auch die gute Vorbereitung des Marktes durch die Aktivitäten von Diners Club.

Bereits Ende des jahres 1958, also nach rund drei Monaten Geschäftstätigkeit, gab es bereits rund 475.000 Kreditkarteninhaber und etwa 32.000 Akzeptanzstellen der American Express Card.

American Express war von Anfang an international tätig, sowohl bei der Kartenausgabe als auch bei der Akquise der Vertragspartner. Dadurch konnte man Diners Club nach Karten-, Vertragspartner- und Umsatzzahlen bald überholen. Im Gegensatz zu Diners Club betrieb man bei American Express die internationale Expansion nicht mit Franchise-Partnern, sondern bediente sich eigener Tochtergesellschaften und Niederlassungen.